Ob ein Wohnungsmarkt angespannt ist, misst das Land an fünf Kennzahlen. Das Gutachten von 2025 rechnet für Bietigheim-Bissingen im Jahr 2023 mit 20.802 Haushalten und 21.127 Wohnungen. Die Haushaltszahl ist eine Hochrechnung aus Daten der GfK und zählt wirtschaftende Haushalte, eine Wohnung kann also mehrere Haushalte haben, etwa bei einer Wohngemeinschaft. Der Zensus 2022 zählt einen Haushalt je Wohnung und kommt deshalb auf 19.479 Haushalte. Zählt man wie das Land eine Reserve von 3 Prozent für Umzüge hinzu, fehlen rechnerisch 309 Wohnungen, der Versorgungsgrad liegt bei 98,6 Prozent. Diese Kennzahl gilt als erfüllt.
Erfüllt sind auch die beiden Kennzahlen zu den Mieten. Sie beruhen auf Angebotsmieten aus Wohnungsinseraten, nicht auf dem Mietspiegel, und die Werte sind mehrere Jahre alt. In Inseraten lag die Nettokaltmiete 2017/18 bei 10,93 Euro und 2022/23 bei 12,65 Euro je Quadratmeter, jeweils über dem Landesdurchschnitt von 9,23 und 11,12 Euro. Der Anstieg um 15,7 Prozent blieb unter dem Landeswert von 20,5 Prozent. Die Vergleichsmiete aus der Mietspiegeldatenbank des Gutachters für eine 65 Quadratmeter große Wohnung lag 2022/23 bei 10,22 Euro, die Angebotsmiete für 45 bis 75 Quadratmeter bei 12,80 Euro, beide über dem Landesdurchschnitt von 8,38 und 11,57 Euro.
Nicht erfüllt sind die Kennzahlen zur Warmmietbelastung (2023: 20,1 Prozent des Haushaltseinkommens, Landesdurchschnitt 20,8 Prozent) und zum Wohnungsneubau im Verhältnis zur Zahl neuer Haushalte von 2011 bis 2022. Für die Gebietskulisse sind vier von fünf Kennzahlen nötig, Bietigheim-Bissingen erreicht drei. Der Entwurf für die Gebietskulisse ab 2027 arbeitet mit denselben Zahlen.

