Gerlingen liegt im Landkreis Ludwigsburg und grenzt im Nordwesten an Stuttgart. Laut Stadt ist knapp die Hälfte der 1.701 Hektar großen Markung Wald, rund ein Viertel Landwirtschaft und rund 27 Prozent Siedlungs und Verkehrsfläche. Der höchste Punkt ist der Wasserturm auf der Schillerhöhe mit 525 Metern, das Rathaus liegt auf 338 Metern.
Gehandelt werden fast nur bebaute Grundstücke. 2024 gingen beim Gutachterausschuss 212 Kaufverträge ein, 191 davon über bebaute Grundstücke, darunter 104 über Eigentumswohnungen und 80 über Wohngebäude. Unbebaute Bauplätze sind selten: Für 2022 bis 2024 verzeichnet die Kaufpreissammlung keinen einzigen Kauf von baureifem Land, und die Stadt selbst bietet derzeit keine Grundstücke an.
Wer in der Innenstadt kauft, sollte das Sanierungsgebiet „Innenstadt“ kennen. Der Kaufvertrag braucht dort die Genehmigung der Stadt nach § 144 BauGB. Private Modernisierungen können nach der Förderrichtlinie der Stadt gefördert werden, wenn vor Baubeginn eine Modernisierungsvereinbarung mit der Stadt geschlossen ist.
Was Häuser und Wohnungen in Gerlingen kosten
Zuständig ist der eigene Gutachterausschuss der Stadt Gerlingen. Er veröffentlicht online Bodenrichtwerte und die Zahl der Kaufverträge, aber keine Durchschnittspreise für Häuser und Eigentumswohnungen. Einen Grundstücksmarktbericht gibt er laut Gebührensatzung nur gegen Gebühr ab. Laut Kaufpreissammlung gingen 2024 212 Verträge ein, 104 über Eigentumswohnungen und 80 über Wohngebäude, mit einem Gesamtwert von 89.670.892 Euro. 2023 waren es 175 Verträge, 2022 184.
Als Anhalt bleibt der Bodenwert. Wohnbauland kostet zum 1. Januar 2025 je nach Zone 790 bis 1.280 Euro je Quadratmeter. In einem Grundstück von 400 m² in der Waldsiedlung steckt rechnerisch also ein Bodenwert von 424.000 Euro, bevor das Haus bewertet ist. Ein Verkehrswertgutachten des Gutachterausschusses ist kostenpflichtig und kann nach § 193 BauGB nur von einem begrenzten Kreis beantragt werden, etwa von Eigentümern und Behörden, nicht von Kaufinteressenten selbst.
Quelle: Gutachterausschuss der Stadt Gerlingen, Bodenrichtwerte/Kaufpreissammlung 2025/26 (S. 4 und S. 7 bis 9), Stand Kaufverträge 2022 bis 2024, Bodenrichtwerte 01.01.2025
Bodenrichtwerte in Gerlingen
Zum Stichtag 1. Januar 2025 kostet baureifes Wohnbauland in Gerlingen laut Gutachterausschuss je nach Zone zwischen 790 und 1.280 Euro je Quadratmeter. Am teuersten ist der Stadtkern mit 1.280 Euro, es folgen Forchenrainstraße/Hermann-Löns-Straße mit 1.160 Euro, Amselweg/Finkenweg/Drosselweg mit 1.150 Euro und Lontel/Körnle/Blätschenäcker mit 1.120 Euro. Die Waldsiedlung steht bei 1.060 Euro, Gehenbühl Nord bei 940 Euro, Gehenbühl Süd, Im Stöckach und Am Gerlinger Tor bei 900 Euro, die Wohnbebauung an der Feuerbacher Straße bei 790 Euro.
Gegenüber dem 1. Januar 2023 sind die Werte in zehn von 18 Wohnzonen gesunken, in sieben gleich geblieben und nur im Stadtkern gestiegen. Ein Bodenrichtwert beschreibt den Durchschnitt einer Zone für ein gedachtes unbebautes Grundstück. Für eine bestimmte Adresse hilft die Karte in BORIS-BW, für den Kaufpreis eines Hauses zählen zusätzlich Gebäude und Zustand.
Quelle: Gutachterausschuss der Stadt Gerlingen, Bodenrichtwerte 2025/26 nach Zonen und Bodenrichtwerte/Kaufpreissammlung 2025/26 (S. 7 bis 9), auch in BORIS-BW, Stand 01.01.2025 (Beschluss 23.09.2025; in BORIS-BW kein neuerer Stichtag, Abruf 20.10.2026)
Verkehr und Anbindung
Gerlingen ist Endpunkt der Stadtbahnlinie U6. Laut VVS Fahrplanauskunft fährt sie an einem Dienstagmorgen zwischen 7 und 8.45 Uhr alle 10 Minuten von der Haltestelle Gerlingen ab und erreicht die Haltestelle Hauptbahnhof (A.-Klett-Platz) nach 27 Minuten, ohne Umsteigen.
Schulen und Kinderbetreuung
Laut Stadt gibt es zwei Grundschulen, die Breitwiesenschule und die Pestalozzi-Schule mit ihrer Außenstelle Waldschule. Die Pestalozzi-Schule bietet zusätzlich die Ganztagsschule in Wahlform an, an allen Grundschulstandorten gibt es Kernzeitbetreuung. Weiterführende Schulen am Ort sind die Realschule, die 2023 nach grundlegender Sanierung wieder eröffnet wurde, und das Robert-Bosch-Gymnasium.
Für kleinere Kinder nennt die Stadt Kinderkrippen, Kindergärten, mehrere Kinderhäuser, ein Kindertagheim und das Familienzentrum im Gehenbühl.
Neubau in Gerlingen
Die Stadt Gerlingen bietet derzeit keine eigenen Baugrundstücke zum Verkauf an. Einzelne Baulücken gehören Privatleuten, eine Vermittlung durch die Stadt ist ausgeschlossen.
Am nordwestlichen Stadtrand plant die Stadt seit 2010 das Gebiet Bruhweg II mit 12,7 Hektar, laut Begründung zum Vorentwurf einer der letzten großen Bereiche für die Stadtentwicklung. Laut Vorentwurf von 2018 sind Geschosswohnungen, Reihenhäuser und Gewerbe vorgesehen. Wegen vorgeschichtlicher Siedlungsfunde wurde die Fläche von 2021 bis Ende 2022 archäologisch ausgegraben. Baurecht gibt es laut Stadt noch nicht, als nächster Schritt steht der Auslegungsbeschluss des Gemeinderats aus. Im Bestand schafft die Stadt Raum für Nachverdichtung: Der Bebauungsplan „Kupferwiesen II“ ist seit 12. Dezember 2025 rechtskräftig, den Entwurf für „Etterweg/Südlich Hirschstraße“ mit rund 1,5 Hektar am Stadtkern hat sie vom 30. März bis 30. April 2026 veröffentlicht. Seit einem Gemeinderatsbeschluss vom 26. Oktober 2022 gilt eine Sozialbauverpflichtung: Der Anteil sozialen und bezahlbaren Wohnraums wird im Einzelfall per städtebaulichem Vertrag mit dem Bauherrn festgelegt.
Mieten in Gerlingen: für Kapitalanleger
Seit 1. Januar 2026 gilt der Mietspiegel Gerlingen 2026, eine Fortschreibung des Mietspiegels von 2024. Er ist ein einfacher Mietspiegel nach § 558c BGB, abgeleitet aus dem qualifizierten Mietspiegel Ludwigsburg, und nennt keinen Durchschnittswert. Für eine Wohnung mit 70 bis 79 m² liegt die Basismiete je nach Baujahr zwischen 10,10 Euro (1919 bis 1948) und 13,72 Euro je Quadratmeter (2019 bis 2025). Ausstattung, Modernisierungen und Verkehrslage verändern den Wert über ein Punktesystem. Die Mietpreisbremse gilt in Gerlingen nicht, die Kappungsgrenze für Mieterhöhungen liegt bei 20 Prozent in drei Jahren.
Quelle: Stadt Gerlingen, Mietspiegel 2026, Stand gültig ab 01.01.2026