Gerlingen grenzt im Nordwesten an Stuttgart. Das Dorf wurde 797 erstmals schriftlich erwähnt, 1958 verlieh die Landesregierung der rasch wachsenden Gemeinde die Bezeichnung Stadt. 1969 siedelte sich Bosch auf der Schillerhöhe an. Knapp die Hälfte der Markung ist laut Stadt Wald.
Der Boden ist zuletzt nicht überall teurer geworden. Zum 1. Januar 2025 liegen die Bodenrichtwerte für Wohnbauland zwischen 790 Euro je Quadratmeter an der Feuerbacher Straße und 1.280 Euro im Stadtkern. Gegenüber dem Stichtag 1. Januar 2023 hat der Gutachterausschuss die Werte in zehn von 18 Wohnzonen gesenkt, etwa im Gehenbühl Süd von 1.050 auf 900 Euro. Nur im Stadtkern stieg der Wert, von 1.240 auf 1.280 Euro. Wer seinen Preis an älteren Zahlen festmacht, setzt ihn deshalb leicht zu hoch an.
Die Innenstadt ist seit Juli 2023 förmlich festgelegtes Sanierungsgebiet. Wer dort ein Grundstück oder eine Wohnung verkauft, braucht nach § 144 BauGB die Genehmigung der Stadt. Der Notar reicht den Vertrag dafür in der Regel ein.
Was Eigentümer in Gerlingen wissen sollten
Gerlingen hat einen eigenen Gutachterausschuss. Er wertet die Kaufverträge aus, veröffentlicht frei zugänglich aber nur die Bodenrichtwerte und die Zahl der Verträge, keine Durchschnittspreise für Häuser und Wohnungen. 2024 gingen 212 Kaufverträge ein, davon 104 über Eigentumswohnungen und 80 über Wohngebäude, zusammen im Wert von rund 89,7 Millionen Euro. 2023 waren es 175 Verträge. Für den Verkaufspreis Ihrer Immobilie braucht es deshalb eine Bewertung des einzelnen Objekts, die Lage, Grundstück, Gebäude, Baujahr und Zustand ansetzt.
Der Bodenwert lässt sich gut beziffern. Bei einem Reihenhaus auf 250 Quadratmetern in der Zone Gehenbühl Süd macht allein der Boden zum Bodenrichtwert von 900 Euro rechnerisch 225.000 Euro aus.
Wer vermietet, nimmt den einfachen Mietspiegel Gerlingen 2026, der seit 1. Januar 2026 gilt. Seine Preisunterschiede sind aus dem qualifizierten Mietspiegel Ludwigsburg abgeleitet, einen Durchschnitt nennt er nicht. Für eine Wohnung mit 70 bis 79 m² liegt die Basismiete je nach Baujahr zwischen 10,10 Euro (1919 bis 1948) und 13,72 Euro je Quadratmeter (2019 bis 2025). Eine 75 m² große Wohnung aus dem Jahr 1980 an einer Straße mit mäßigem Durchgangsverkehr und ohne weitere Merkmale kommt auf 10,83 Euro minus 3 Prozent, also rund 10,51 Euro je Quadratmeter.
Quelle: Gutachterausschuss der Stadt Gerlingen, Bodenrichtwerte/Kaufpreissammlung 2025/26 (S. 4), Stand Kaufverträge 2022 bis 2024
Quelle: Stadt Gerlingen, Mietspiegel 2026, Stand gültig ab 01.01.2026
Bodenrichtwerte in Gerlingen
Für Wohnbauflächen hat der Gutachterausschuss zum Stichtag 1. Januar 2025 diese Werte je Quadratmeter beschlossen: Stadtkern 1.280 Euro, Forchenrainstraße/Hermann-Löns-Straße 1.160 Euro, Amselweg/Finkenweg/Drosselweg 1.150 Euro, Lontel/Körnle/Blätschenäcker 1.120 Euro, Richthofen-/Panoramastraße und Waldsiedlung je 1.060 Euro, Burgklinge/Hirschberg/Schloßberg 1.040 Euro, Gerteisen-/Hofwiesenstraße sowie Füllerstraße/Engelbergstraße je 1.020 Euro, Hegnach/Teuremertal/Steigle 990 Euro, Leonberger Weg 980 Euro, Schelmengraben/Bergheimer Weg 970 Euro, Gehenbühl Nord 940 Euro, westliche Schillerstraße/Wettegraben 930 Euro, Gehenbühl Süd, Im Stöckach und Am Gerlinger Tor je 900 Euro sowie Feuerbacher Straße 790 Euro. In den gemischten Bauflächen sind es 730 Euro (Gehenbühl, Feuerbacher Straße) und 900 Euro (Leonberger Weg).
Die Werte gelten erschließungsbeitragsfrei für den Grund und Boden, als Mittel für eine ganze Zone. Neue Werte ermittelt der Ausschuss alle zwei Jahre. Welche Zone für Ihr Grundstück gilt, zeigt die Karte in BORIS-BW. Größe, Zuschnitt und Bebauung des einzelnen Grundstücks führen zu Abweichungen.
Quelle: Gutachterausschuss der Stadt Gerlingen, Bodenrichtwerte 2025/26 nach Zonen und Bodenrichtwerte/Kaufpreissammlung 2025/26 (S. 7 bis 9), auch in BORIS-BW, Stand 01.01.2025 (Beschluss 23.09.2025; in BORIS-BW kein neuerer Stichtag, Abruf 20.10.2026)
Gerlingen in Zahlen
18.307 Einwohner am 31. Dezember 2025 auf 17,01 Quadratkilometern, das sind 1.076 Einwohner je Quadratkilometer.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Gemeindeverzeichnis (31.12.2025, Basis Zensus 2022), Stand 31.12.2025